live @ Port Vell, Barceloneta. 07. Juni 2008
Montag, 9. Juni 2008
Samstag, 7. Juni 2008
3
Seit mindestens einer halben Stunde geht das jetzt schon so. Die Frau hinter dem Schalter fragt ihn Sachen auf Spanisch und er antwortet auf jede dieser Fragen/Aussagen/sonstiges konsequent mit Si! Si! und grinst dabei wie ein Honigkuchenpferd. Neutrale Beobachter könnten ihn für einen astreinen Asiaten halten.
Was die Frau eigentlich von ihm will, kann er sich nur aus dem Kontext erschließen. Und dieser definiert sich in eben jenem Moment folgendermaßen: Er hat pünktlich zur Ladenöffnungszeit die Bankfiliale der Caixa Catalunya in der Calle Marina betreten, mit der eindeutigen Absicht, die Bank in maximal 60 Minuten im Besitz eines Girokontos zu verlassen. Was nun hier gerade abläuft, stellt sich nicht mehr ganz so eindeutig dar. Das ganze Getue der Frau lässt stark auf die Eröffnung eines Girokontos hindeuten, könnte aber im Zweifelsfall auch auf das spanische Pendant eines Bausparers hinauslaufen. Mit endgültiger Sicherheit wird er das erst Ende des Monats erfahren, wenn hoffentlich sein Gehalt erfolgreich auf etwaiges Konto bzw. Bausparer überwiesen wurde. Wenn er so überlegt, hatte er doch eigentlich schon immer irgendwie den Wunsch eines kleinen Häuschens am Strand gehabt.
10.00 Uhr. Nach der erfolgreichen Meisterung einer Konto-/Bausparereröffnung sitzt er nun in einem Meeting und hat andere Sorgen. Links neben ihm sitzen in alphabetischer Reihenfolge Jose, ein Spanier und neuer Chef der Admin Abteilung, Marko aus Slovenien und Trude aus Norwegen, beide Programmierer und ebenfalls (zumindest relativ) neu in der Firma. Rechts runden das internationale Meeting Kalu aus Nigeria und Davide aus Italien ab. Geleitet wird die ganze Veranstaltung von Ana aus Portugal. Ana gibt sich größte Mühe alle Teilnehmer bei Laune zu halten. Es ist das erste Mal, dass sie solch ein Meeting hält und sie entschuldigt sich bei allen Kleinigkeiten, die schiefgehen. Richtig süß. Seine Sympathie hat sie jedenfalls schon sicher. Ihre ganze Art ist angenehm und einfach authentisch und sie gibt sich solche Mühe, dass man ihr kleine Fehler schon gar nicht übelnehmen kann. Aber jetzt wird sich mal wieder konzentriert! Das Meeting behandelt die Produktpalette von ASol und soll für alle Teilnehmer veranschaulichen, an was sie die ganze Zeit über hoffentlich eh schon gearbeitet haben. Wie um dies zu bestätigen, scheinen die anderen beim Anschneiden gewisser Themen oft wissend zu nicken. Seine Gedanken hingegen, lassen sich ungefähr so in Worte fassen: Wow! Ach so! Das hätte man einem ja mal sagen können! Da wird ja das Huhn in der Pfanne verrückt! Auf den Punkt gebracht: Er hört alles zum ersten Mal...
Abends unternimmt er noch einen Spaziergang durch den Park. Überall auf den Grünflächen liegen Leute und genießen noch den abendlichen Sonnenschein. Jeder scheint entspannt und froh über den Feierabend. Auf einem kleinen Hügel genau vor ihm, befindet sich einsam für sich allein ein einzelnes Mädchen. Sie sitzt mit dem Rücken zu ihm und telefoniert mit ihrem Handy. Am Fuße des Hügels dreht ein scheibar ebenso einsamer Radfahrer seine Kreise. Da plötzlich legt dieser sein Rad ab und macht sich auf den Weg den Hügel hinauf, in Richtung des Mädchens, das genau mit dem Rücken zu ihm sitzt. Es sieht fast aus, als ob er sich anschleichen würde. Kennen sich die beiden? Will er das Mädchen überraschen...!? Doch spätestens als der Kerl sich daran macht, die Handtasche des Mädchens zu öffnen, die genau hinter ihr liegt und ihr Portemonnaie herausnimmt, wird ihm schnell klar, das er hier in einem anderen Film ist. Für einen Augenblick verhaart er in seiner Bewegung. Niemand scheint etwas zu unternehmen. Sieht das denn von den anderen Leuten keiner? Seines Sieges sicher, dreht sich der Taschendieb mit dem Portemonnaie in seiner Hand um.
Doch im Gegensatz zu den anderen, entscheidet er sich heute für die gute Tat der Woche. HEY! Dieser Schrei genügt. Das Mädchen dreht sich ruckartig um und, in frischer Tat ertappt, weiss sich der Kerl auch nicht mehr anders zu helfen, als den Geldbeutel fallen zu lassen und zu seinem Rad zu laufen. Plötzlich sind noch zwei andere Radfahrer um ihn herum und auch der kleine Gauner fährt auf ihn zu. Puta madre! Cabron! Der eine spuckt in seine Richtung. Er braucht kein Spanisch zu verstehen, um zu wissen, was das bedeutet. Er überlegt kurz. Doch dann belässt er es bei einem charmanten FUCK YOU! Das ist alles, was er dem Gesocks zu sagen hat. Hat sich in England schon oft bewährt und scheint auch hier mehr als angebracht. Einhergehend mit weiteren Flüchen, zieht die Biker-Gang daraufhin von dannen. Das Mädchen blickt mit großen Augen in seine Richtung und lächelt. Er grinst. Jep! Er winkt ihr zu und zufrieden mit sich macht sich dann langsam auf den Weg nach Hause.
Freitag, 6. Juni 2008
wort.des.tages
Conrad (on the phone): 'Man! You comin' in real time or you comin' in black people time?'
Nancy: 'Black people time?'
Conrad: 'Yeah! Some of us like watermelons, some of us have big dicks...most of us have
trouble gettin' to places on time...'
--------------
Weeds
Nancy: 'Black people time?'
Conrad: 'Yeah! Some of us like watermelons, some of us have big dicks...most of us have
trouble gettin' to places on time...'
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Weeds
Mittwoch, 4. Juni 2008
bilder.des.tages

'Mittwoch: Tragisches Ende eines Radrennes. Ein betrunkener Autofahrer ist in Mexiko in eine Gruppe Radrennfahrer gerast. Nach Angaben der örtlichen Polizei war der Mann hinter dem Steuer eingeschlafen. Durch den heftigen Aufprall wurden die Menschen wie Spielzeugfiguren in die Luft geschleudert. 14 Sportler wurden teilweise schwer verletzt. Ein Radfahrer starb. Er geriet als einziger unter die Räder des Autos.'
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msn.com 05/06/2008
Dienstag, 3. Juni 2008
2
Mikaela! Mikaela, das war der Name der Blonden von gegenüber im Büro. Das fiel ihm jetzt wieder ein. Wieso gerade jetzt !? Es ist 4.35 Uhr morgens und pünktlich wie jeden Tag um diese Uhrzeit liegt er mit offenen Augen auf seinem Bett, geweckt von dem Geräusch von Tellern und Besteck, das gewaschen wird, im Appartment von nebenan. Wieso spült jemand um diese Uhrzeit eigentlich immer sein Geschirr ab? Er dreht sich um, wünscht sich einen Meteoriteneinschlag im Zimmer seines Nachbarn und versucht noch einmal weiterzuschlafen. Das Klingeln des Weckers wird ihn erst um 7.30 Uhr wecken. Noch genug Zeit.
Verschlafen sieht er sich im Spiegel an, während die Zahnbürste sich kreisförmig über seine Zähne bewegt. Seine Gedanken sind noch ganz abwesend, was sich auch erst bessern wird, wenn er erst mal unter der Dusche steht. Die hohe Erfolgsquote der Dusche, ihn zu wecken, mag wohl auch damit zu tun haben, dass es durchaus komplexe wissenschaftliche Berechnungen benötigt, um konstant warmes Wasser zu bekommen. Eiskalt bis unerträglich heiß ist problemlos möglich . Wenn letzteres auch nur für circa 3 Minuten am Stück. Bei Gelegenheit muss er die Thailänderinnen nach dem Geheimnis des warmen Wassers fragen...
Er knöpft sein Hemd zu, bindet sich auch noch den rechten Schuh zu und stopft sich sein Hemd in die Hose. Wie man an der Reihenfolge erkennen kann, hat die Dusche heute nicht wirklich ganze Arbeit geleistet. Er macht den Kühlschrank auf und nimmt eine Schüssel mit Salat heraus. Gestern vorsorglich noch vorbereitet, um seinen Hunger in der Mittagspause zu stillen, schüttet er jetzt noch eine Dose Thunfisch über den Salat, kippt vorsichtich Essig und Öl darüber und mischt nochmal kräftig durch. Wie soll man von so etwas satt werden? Der Thunfisch hat das ganze Grünzeug jedoch schon deutlich aufgewertet. Von den Nährwerten mal ganz abgesehen. Er macht sich auf den Weg. Um sich einzureden, er macht täglich Sport, lässt er den Aufzug links liegen und nimmt die Treppe die sieben Stockwerke hinunter.
13.45 Uhr. Mittagspause. Er sitzt mit Giorgio und Tristan auf den Grünflächen vor dem Arc de Triomf. Alle drei nebeneinander und essen Salat aus einer Tupperware-Box. Ein trostloser Anblick für vorbeikommende Touristen. Er lässt sich zurückfallen ins Gras und schließt für einen Moment die Augen. Nur 3 Minuten Siesta! Wie Tristan es in gebrochenem Englisch mit clichéhaftem italienischen Akzent formulieren würde, genau richtig, um erfrischt die restliche Arbeitszeit zu überstehen. Er schwört darauf. Als er die Augen öffnet, schreitet vor ihm ein Mann vorbei. Soweit nichts ungewöhnliches, nur dieser ist bis auf die Zigarette, an der er zieht, mit nichts bekleidet, dass ihn auch nur irgendwo bedecken könnte. Splitternackt, inklusive nahtloser Bräune, versteht sich. 'In Katalonien ist es das Recht jeden Mannes, sich nackt in der Öffentlichkeit zu zeigen' So oder so ähnlich hatte er es im Reiseführer gelesen, aber mehr als unwichtig abgetan. Da hätte er sich mal besser seelisch vorbereitet. Unvorbereitet steckt man das nicht so ohne weiteres weg. Nicht in der Mittagspause! Andere Passanten scheinen dies besser zu meistern und sehen an dem Nackedei augenscheinlich nichts außergewöhnliches. Man gewöhnt sich eben einfach an alles. Zu dieser Erkenntnis ist er spätestens gekommen, als er noch in England lebte. Gut, dass er schon fertig gegessen hat.
Als er zuhause ankommt, sitzen die zwei Thailänderinnen an exakt den gleichen Plätzen wie gestern, vorgestern, dem Tag davor, Sonntag, Samstag, Freitag, Donnerstag und Mittwoch letzter Woche. Er zögert kurz und schüttelt dann nur den Kopf. Er wirft seine Sachen durch die offene Tür in sein Zimmer und setzt sich an seinen Platz. Den gleichen wie gestern, vorgestern, dem Tag davor, Sonntag, Samstag, ...
Mikaela! Mikaela, das war der Name der Blonden von gegenüber im Büro. Das fiel ihm jetzt wieder ein. Wieso gerade jetzt !? Es ist 4.35 Uhr morgens und pünktlich wie jeden Tag um diese Uhrzeit liegt er mit offenen Augen auf seinem Bett, geweckt von dem Geräusch von Tellern und Besteck, das gewaschen wird, im Appartment von nebenan. Wieso spült jemand um diese Uhrzeit eigentlich immer sein Geschirr ab? Er dreht sich um, wünscht sich einen Meteoriteneinschlag im Zimmer seines Nachbarn und versucht noch einmal weiterzuschlafen. Das Klingeln des Weckers wird ihn erst um 7.30 Uhr wecken. Noch genug Zeit.
Verschlafen sieht er sich im Spiegel an, während die Zahnbürste sich kreisförmig über seine Zähne bewegt. Seine Gedanken sind noch ganz abwesend, was sich auch erst bessern wird, wenn er erst mal unter der Dusche steht. Die hohe Erfolgsquote der Dusche, ihn zu wecken, mag wohl auch damit zu tun haben, dass es durchaus komplexe wissenschaftliche Berechnungen benötigt, um konstant warmes Wasser zu bekommen. Eiskalt bis unerträglich heiß ist problemlos möglich . Wenn letzteres auch nur für circa 3 Minuten am Stück. Bei Gelegenheit muss er die Thailänderinnen nach dem Geheimnis des warmen Wassers fragen...
Er knöpft sein Hemd zu, bindet sich auch noch den rechten Schuh zu und stopft sich sein Hemd in die Hose. Wie man an der Reihenfolge erkennen kann, hat die Dusche heute nicht wirklich ganze Arbeit geleistet. Er macht den Kühlschrank auf und nimmt eine Schüssel mit Salat heraus. Gestern vorsorglich noch vorbereitet, um seinen Hunger in der Mittagspause zu stillen, schüttet er jetzt noch eine Dose Thunfisch über den Salat, kippt vorsichtich Essig und Öl darüber und mischt nochmal kräftig durch. Wie soll man von so etwas satt werden? Der Thunfisch hat das ganze Grünzeug jedoch schon deutlich aufgewertet. Von den Nährwerten mal ganz abgesehen. Er macht sich auf den Weg. Um sich einzureden, er macht täglich Sport, lässt er den Aufzug links liegen und nimmt die Treppe die sieben Stockwerke hinunter.
13.45 Uhr. Mittagspause. Er sitzt mit Giorgio und Tristan auf den Grünflächen vor dem Arc de Triomf. Alle drei nebeneinander und essen Salat aus einer Tupperware-Box. Ein trostloser Anblick für vorbeikommende Touristen. Er lässt sich zurückfallen ins Gras und schließt für einen Moment die Augen. Nur 3 Minuten Siesta! Wie Tristan es in gebrochenem Englisch mit clichéhaftem italienischen Akzent formulieren würde, genau richtig, um erfrischt die restliche Arbeitszeit zu überstehen. Er schwört darauf. Als er die Augen öffnet, schreitet vor ihm ein Mann vorbei. Soweit nichts ungewöhnliches, nur dieser ist bis auf die Zigarette, an der er zieht, mit nichts bekleidet, dass ihn auch nur irgendwo bedecken könnte. Splitternackt, inklusive nahtloser Bräune, versteht sich. 'In Katalonien ist es das Recht jeden Mannes, sich nackt in der Öffentlichkeit zu zeigen' So oder so ähnlich hatte er es im Reiseführer gelesen, aber mehr als unwichtig abgetan. Da hätte er sich mal besser seelisch vorbereitet. Unvorbereitet steckt man das nicht so ohne weiteres weg. Nicht in der Mittagspause! Andere Passanten scheinen dies besser zu meistern und sehen an dem Nackedei augenscheinlich nichts außergewöhnliches. Man gewöhnt sich eben einfach an alles. Zu dieser Erkenntnis ist er spätestens gekommen, als er noch in England lebte. Gut, dass er schon fertig gegessen hat.
Als er zuhause ankommt, sitzen die zwei Thailänderinnen an exakt den gleichen Plätzen wie gestern, vorgestern, dem Tag davor, Sonntag, Samstag, Freitag, Donnerstag und Mittwoch letzter Woche. Er zögert kurz und schüttelt dann nur den Kopf. Er wirft seine Sachen durch die offene Tür in sein Zimmer und setzt sich an seinen Platz. Den gleichen wie gestern, vorgestern, dem Tag davor, Sonntag, Samstag, ...
Montag, 2. Juni 2008
1
Barcelona: Ein Mann, gekleidet in ein schwarzes Hemd und weiße Hose, betritt das Haus No. 118 in der Calle Casp. Es ist 9.22 Uhr: Die Frisur hält. Er nimmt die Treppe und arbeitet sich die Stufen hoch, vorbei an Handwerkern, die den Aufzug blockieren und gerade dabei sind Stromkabel zu verlegen. Etwas außer Atem kommt er im 4. Stock an und blickt auf seine Uhr auf dem Handy: es ist jetzt 9.24 Uhr. Als die Zeiger auf 9.25 Uhr springen, atmet er einmal tief durch, lässt sein Handy in die Hose gleiten und schreitet durch die nur angelehnt Tür zu seiner Linken. Die Tür trägt die Aufschrift: Artificial Solutions - interacting naturally.
Als er die Tür durchschreitet, blickt ihn eine spanisch aussehende Frau hinter dem Empfangsschalter fragend an. Er räuspert sich und sagt in gebrochenem Spanisch: Buenos dias! Mi espanol no es bien. Habla inglés también? Man merkt ihm an, er würde gerne Englisch sprechen... Doch zu seiner großen Überraschung, erwartet ihn die Frau schon und heisst ihn fließend auf Deutsch willkommen - ihr Name ist Raquel. Sie fordert ihn auf, kurz zu warten, Anita wird ihn gleich abholen und alles weiter mit ihm besprechen. Er kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. Dass sein Spanisch so schlecht ist, hätte er auch nicht gedacht.
Nach nur maximal einer Minute, erscheint Anita. Kurze blonde Haare, kurzer Rock, kurzes Lächeln - in einem Wort: hübsch - und heisst ihn in gebrochenem Englisch willkommen. Sie könnte Spanierin sein, doch es stellt sich heraus, sie ist aus Ungarn. Beide gehen in einen Besprechungsraum gleich um die Ecke. Dort warten bereits Mikael aus Schweden und Davide aus Italien, gerade mit einem osteuropäisch wirkenden Mann geschäftig an einem Laptop arbeitend. Der Mann heisst Petter. In den nächsten 45 Minuten wird er mit einem Bleistift, einem Kugelschreiber und einem Block inklusive Post-its ausgestattet und erfährt, womit sich ASol, wie sich Artificial Solutions gerne nennt, so den ganzen Tag beschäftigt. Dann bekommen alle drei, Mikael, Davide und er noch die Grande Tour durch das Büro und werden allen vorgestellt. Nett! Ihm gefällt, was er sieht. Als sie das Admin Büro betreten begrüßt ihn plötzlich von hinter der Tür jemand auf Deutsch: Na, ich glaube wir kennen uns doch? Ja hallo...so sieht man sich mal wieder! Als er sich umdreht merkt er, es ist Nicole. Sie hatten sich im Studium in Deutschland kennen gelernt. Er war im ersten, sie im siebten Semester. Fast schon lange her. Die beiden begrüßen sich mit Küsschen, wie man das in Spanien so macht. Schön sie wiederzusehen. Er hatte gehört, sie arbeite auch hier.
30 Minuten später sitzt er vor einem Computer, Sachen vor sich auf dem Tisch und ist noch ein bisschen planlos. Eben hat er zum ersten Mal sein Postfach geöffnet und 45 ungelesene Nachrichten gefunden - nicht gerade das, was er sich unter einem locker flockigen Start in den Tag vorstellt. Von Mikael und Davide ist nichts mehr zu sehen, dafür sitzen um ihn jetzt vier weitere Personen: Giorgio aus Italien, Tristan aus Frankreich, Trude aus Norwegen und noch eine blonde Frau, von der er leider auf Anhieb Namen und Herkunft vergessen hat. Das muss er auf jeden Fall noch klarstellen. Wie konnte ihn sein Gedächtnis da nur wieder im Stich lassen. Super! Ganz toll! Nach einigen Stunden Arbeit, verlässt er um 13.45 Uhr mit Tristan und Giorgio das Gebäude, alle drei machen sich auf dem Weg zu einem Imbiss. Giorgio bestellt gleich für alle drei drei mal Bocadillo con Jamon, y el oferta con tres coca colas! Por Favor! Ein Bocadillo alleine kostet 2,85 Öri, das Angebot zusammen mit einer Coke 2,95 Öri - naja, die 10 Cent braucht er sich jetzt auch nicht sparen. Er kramt einige Zeit in seinem Geldbeutel und findet gerade noch 2,95. Seine Bank wollte ihm am Wochenende kein Geld mehr geben, nachdem er alles abeghoben hatte. Nochmal Glück gehabt...wenigstens reicht es mittags für einen Snack. Sie gehen noch ein Stück weiter und machen es sich nahe des Arc de Triomf gemütlich. Gefühlte 35 Grad Celsius: aber die Frisur hält!
Er sitzt jetzt wieder vor seinem PC. Gerade sind die drei wieder angekommen, da erfährt er, dass Michiko hin sucht. Da sieht er auch gerade die Mail, die sie ihm geschickt hat und eine Sekunde später steht sie auch schon wie aus dem Nichts vor ihm. Hey! You wanna come with me? Davide is already waiting for us! Sie hat nicht nur einen japanischen Namen, sondern sieht auch eindeutig so aus. Kurz und knapp: sie ist Japanerin. Sie erzählt Davide und ihm nochmal, wie ASol's Produkte eigentlich funktionieren, nichts erwähnenswert Neues, was er da hört und nach ca. 30 Minuten ist sie so schnell wieder verschwunden, wie sie vorher aufgetaucht ist. Er hat so das Gefühl, dass er sie noch öfters sehen wird - Michiko.
18.03 Uhr. Es ist so gut wie niemand mehr im Büro. Die Abteilungsleiterin aus Brasilien ist auf Geschäftsreise in Schweden und die Kollegin aus Venezuela auch die ganze Woche nicht da. Es sitzt ihm nur noch die blonde gegenüber, deren Namen ihm immer noch nicht wieder eingefallen ist. Wie blöd bist du eigentlich? denk er sich in diesem Moment. Er unterhält sich trotzdem noch ein bisschen mit ihr, trifft nochmal Nicole und schickt zu guter Letzt eine Begrüßungs-Mail an alle, dass er ab heute hier arbeiten wird. Vier Monate liegen jetzt vor ihm. Zufrieden grinst er und verlässt mit diesem Gedanken das Gebäude No. 118, auf dem Weg nach Hause. Er sollte noch einkaufen gehen, sonst gibts heute abend wieder nur Müsli, Joghurt und Äpfel - Nein, danke!
Als er die Tür zu seinem Appartment aufsperrt, erwaten ihn bereits seine zwei thailändischen Mitbewohnerinnen - Amy und Vivian. Sie besuchen die Universität, beide studieren Economics. Er lässt seine Einkaufstüten zu Boden fallen, zieht sich was bequemes an. Er fängt an sich etwas zu kochen: Tagliatelle mit Hühnchen, Zuccini und Käsesoße. Fast wie Alfons Schubeck! denkt er sich. Wenn das seine Mutter sehen würde, sie wäre wohl stolz auf ihn. Er denkt an Alfons, sein großes Idol...und so geht der Tag zu Ende!
Sonntag, 1. Juni 2008
bar.des.tages
El Petit Apolo
Kleine Eckkneipe nahe der Metro Paral-lel. An jedem Tisch befindet sich ein Zapfhahn für Bier und je nach Bedarf zapft man sich einfach selber mehr oder weniger Bier! Vermutlich eher mehr...wieso auch weniger!
Über der Eingangstür befindet sich ein großer Bildschirm, auf dem man die Menge von gezapftem Bier an jedem der Tische im Lokal vergleichen kann. Nette Sache. Der Liter kostet um die 5 Öri und kleine Snacks, wie Hamburger, Bocadillos oder Fritten gibts nach Wunsch auch dazu. Schön, um den Abend zu starten.
(3/5)
Kleine Eckkneipe nahe der Metro Paral-lel. An jedem Tisch befindet sich ein Zapfhahn für Bier und je nach Bedarf zapft man sich einfach selber mehr oder weniger Bier! Vermutlich eher mehr...wieso auch weniger!
Über der Eingangstür befindet sich ein großer Bildschirm, auf dem man die Menge von gezapftem Bier an jedem der Tische im Lokal vergleichen kann. Nette Sache. Der Liter kostet um die 5 Öri und kleine Snacks, wie Hamburger, Bocadillos oder Fritten gibts nach Wunsch auch dazu. Schön, um den Abend zu starten.
(3/5)
Samstag, 31. Mai 2008
entdeckung.des.tages
Die grüne Welle für Fussgänger
Wenn man in Barcelona in einem bestimmten Tempo zu Fuss eine Haupstraße entlang geht, braucht man nie an einer Ampel zu warten. Man reitet die grüne Welle, wie man so schön sagt. Nur zu Fuss eben.
Ach ja: und das Tempo in dem man sich bewegen muss, ist genau meine Schrittgeschwindigkeit...ich Glückspilz!
Wenn man in Barcelona in einem bestimmten Tempo zu Fuss eine Haupstraße entlang geht, braucht man nie an einer Ampel zu warten. Man reitet die grüne Welle, wie man so schön sagt. Nur zu Fuss eben.
Ach ja: und das Tempo in dem man sich bewegen muss, ist genau meine Schrittgeschwindigkeit...ich Glückspilz!
musik.des.tages
Sharon Jones & the Dap-Kings
Drei Alben aufgenommen in den Daptone Records Studios in Brooklyn, NYC, mit einem Sound, der klingt als wäre er in den 70ern aufgenommen worden und jetzt erst wieder ausgegraben. Alle drei Alben sind gänzlich ohne digitale Nachbearbeitung entstanden und bieten Funk & Soul Music vom allerfeinsten. Dass man Sharon Jones nicht zu unrecht die 'Queen of Funk' nennt zeigt sich sehr schnell beim Anhören der Platten und ihre Band die Dap-Kings zeichnen sich nicht zuletzt für den Sound der Studio-Aufnahmen von Winehouse verantwortlich.
Wo das Debut-Album von 2002 noch fast gänzlich groben Rare Funk Sound bietet, wird dieser im Laufe des zweiten Albums immer eingängiger und mischt sich immer mehr mit Soul.
Meine persönlichen Favorites sind auf Naturally (2005): 'How do I let a good man down?' und 'How long do I have to wait for you?' und so gut wie das komplette dritte Album '100 Days, 100 Nights', namentlich vielleicht noch zu nennen, der gleichnamige Titel-Song aus dem Album '100 Days, 100 Nights', 'Nobody's baby', 'Tell me' und 'Answer me'.
Dap-Dippin (2002) Naturally (2005) 100 Days, 100 Nights (2007)



Ganz große Musik, auch wenn die Plattencover nicht unbedingt sowas erwarten lassen...absoluter Kauftipp!
(5/5)
Drei Alben aufgenommen in den Daptone Records Studios in Brooklyn, NYC, mit einem Sound, der klingt als wäre er in den 70ern aufgenommen worden und jetzt erst wieder ausgegraben. Alle drei Alben sind gänzlich ohne digitale Nachbearbeitung entstanden und bieten Funk & Soul Music vom allerfeinsten. Dass man Sharon Jones nicht zu unrecht die 'Queen of Funk' nennt zeigt sich sehr schnell beim Anhören der Platten und ihre Band die Dap-Kings zeichnen sich nicht zuletzt für den Sound der Studio-Aufnahmen von Winehouse verantwortlich.
Wo das Debut-Album von 2002 noch fast gänzlich groben Rare Funk Sound bietet, wird dieser im Laufe des zweiten Albums immer eingängiger und mischt sich immer mehr mit Soul.
Meine persönlichen Favorites sind auf Naturally (2005): 'How do I let a good man down?' und 'How long do I have to wait for you?' und so gut wie das komplette dritte Album '100 Days, 100 Nights', namentlich vielleicht noch zu nennen, der gleichnamige Titel-Song aus dem Album '100 Days, 100 Nights', 'Nobody's baby', 'Tell me' und 'Answer me'.
Dap-Dippin (2002) Naturally (2005) 100 Days, 100 Nights (2007)



Ganz große Musik, auch wenn die Plattencover nicht unbedingt sowas erwarten lassen...absoluter Kauftipp!
(5/5)
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